Die versuchte Löschung
des Mondscheins durch
Wasserzeller
anno domini 1935
Lieblich in dem Altmühlgrunde
Von Eichstätt aufwärts eine Stunde
Wo die Glocken klingen hell
Liegt idyllisch Wasserzell
Angelehnt an einen Hügel
Warm, als wie in einem Tiegel
Träumt es in der Sommerzeit
Fliesst die Altmühl ruhig und breit
Sind vorbei des Tages Lasten
Mensch und Tiere frei vom Hasten
Meldet sich so gegen acht
Leise an die gute Nacht
Wenn dann Frau Sonne geht zu Bett
Erscheint wie immer wundernett
Mit seinem Lichte, kalt und blond
Der jedem Kind bekannte Mond
Bevor er auf die Reise geht
Er hinterm Haller-Felsmann steht
Und sieht dort stumm, in aller Ruh`
Dem müdem Mensch beim Bettgeh`n zu
Und immer hat er`so gemacht
Doch heuer einmal, niemand lacht
Als angsterfüllt ein Büblein rennt
Ganz heiser schreit: "Der Buck drom brennt"
Ja, wirklich auf des Berges Höh`n
Ist rote Glut, wie Brand zu sehn
Und eh` mans glaubt es wird vermutet
Auch einer schon das Löschhorn tutet
Die Feuerwehr besonders rennt
Dies muss auch sein, der Wald, er brennt!
Doch eh` sie kommen an die Glut
Verflüchtet sich gar schnell Ihr Mut
Kurz vor dem Brandherd merkten sie
Daß sie sich irrten, wie noch nie
An Stelle einer Feuersmacht
Hat sie der Vollmond angelacht
Neugierig sah der alte Mann
Das Häuflein tapf`rer Helfer an
Doch diese, weil sie löschen wollten
Sich denkbar schnell nach Hause trollten
Nur eines wird in Zukunft bleiben
Man wird nach Jahren auch noch schreiben
Von diesem schrecklich großen Brande
Als man zum "Mondscheinlöschen" rannte
Valentin